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Mikroskopische Strukturanalysen 


24.04.2020

Corona, Covid19, Schutzmasken, Stoffe, Textilien und Porengrößen


Corona-Virus SARS-CoV-2


Das Corona-Virus SARS-CoV-2 ist winzig!
Sein Durchmesser beträgt nur 125 nm, so dass es nicht einmal mit einem Lichtmikroskop gesehen werden kann.

 Ansteckende Tröpfchen


Das Virus wird meist über Tröpfchen in der Luft übertragen. 
Die meisten Tröpfchen sind ebenfalls sehr klein. Ca 5000nm bzw. 5µm. 

Gesichtsmaske: welcher Stoff?


Selbstgemachte Gesichtsmasken sollten idealerweise diese Tröpfchen auffangen können. Dafür müssen die Poren  wenigstens so klein sein, dass die Tröpfchen am Stoff hängen bleiben.


Überprüfen sie die Porengröße ihres Masken-Stoffes gleich jetzt >>>

Baumwoll-Bettlaken


Die Poren dieses dünnen Baumwollstoffes sind sehr groß (> 100 
µm). Der Stoff kann Tröpfchen kaum zurückhalten.


Altes Geschirrtuch


Durch die engmaschige Webstruktur dieses Geschirrtuchs sind die Poren recht klei
n(< 20 µm). In doppelter Lage werden Tröpfchen sicher gut aufgefangen.

 

Meltblown-Vlies aus OP-Maske

 

Dieses Meltblown-Vlies aus eine OP-Maske ist zwar nicht eng gewebt. aber aufgrund der vielen Lagen kann es Tröpfchen sehr effektiv auffangen.


 

Atemschutzmasken Lexikon:


Gesichtsmaske - z.B. selbstgenäht:
Sie sind kein medizinisches Produkt und zur Herstellung liegen keine Vorschriften vor. Ziel ist es, die Verteilung der eventuell ansteckenden Tröpfchen des Trägers zu reduzieren. Sie schützen den Träger allerdings nicht vor Infektionen. Um die Tröpfchen - in denen sich die Corona-Viren des Trägers befinden - zurückhalten zu können, sollten die Poren klein genug sein. Man geht davon aus, dass die meisten Tröpfchen von ca. 5µm kleinen Poren abgehalten werden können. Dem hingehend sollte die Auswahl der Stoffe und Textilien erfolgen.

Op-Maske -  MNS (Mund-Nasen-Schutz) -  medizinische Gesichtsmaske:
Die OP-Maske ist ein Medizinprodukt. Die hauptsächlich vorgesehene Verwendung ist der Schutz der Patienten gegen infektiöse Keime sowie, zusätzlich in bestimmten Situationen, der Schutz des Trägers gegen Spritzer möglicherweise kontaminierter Flüssigkeiten.  Quelle: DIN EN 14683:2019-10

FFP (Filtering Face Piece) Atemschutzgeräte -Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikel: 
Die Halbmaske bedeckt die Nase, den Mund, und das Kinn und kann ein Einatmen und/oder Ausatemventil haben / ... / Diese Geräte dienen zum Schutz sowohl gegen feste als auch flüssige Aerosole. Sie werden nach Filterleistung und ihrer maximalen nach innen gerichteten Leckage eingeteilt. Es gibt drei Geräteklassen: FFP1, FFP2 und FFP3. Quelle DIN EN 149:2001+A12009
Zum Schutz vor einer Ansteckung durch das Corona-Virus SARS-CoV-2 ist mindestens ein Atemschutz der Schutzklasse FFP2 nötig.




17.04.2020

Heute im Mikroskope wunderschöne Kirschblüten!

Welch eine Pracht: zur Zeit ist die Kirschblüte im vollen Gange. Wunderschön anzusehen!.
Auch unsere Mirkokosmos-Reise ins innere einer Kirschblüte  hat sich gelohnt(1):
Mehrere Pollensäcke umgeben die Narbe (2).
Im Lichtmikroskop leuchten die Pollen auf den Pollensäcken wie kleine Edelsteine auf (3,4).
Und im Rasterelektronenmikroskop offenbaren die einzelnen Pollen ihre einzigartigen Strukturen (5,6) bei 1500facher und 2500facher Vergrößerung!

Kirschblüten in der Kamera (1,2), im Lichtmikroskop (3,4) und im Rasterelektronenmikroskop (5,6)  @ strucTEM 2020

16.04.2020 

Heute im Mikroskop: Haare - filigrane, empfindliche Strukturen!

Bei Menschen und Säugetieren sind Haare grob aus drei Schichten aufgebaut:

Von Innen nach außen die Medulla, der Cortex und die Cuticula. Die Cuticula, auch Schuppenschicht genannt, besteht aus verhornten abgestorbenen Zellen. Bei gesunden Haaren liegt diese äußere Schicht eng an und sorgt für den gesunden Glanz der Haare.  

Den Aufbau und die Qualität dieser äußeren Schuppenschicht können wir bei strucTEM mit dem Rasterelektronenmikroskop schnell und zielsicher überprüfen.

>>>Bildergalerie und Haaranalysen


Haare im Rasterelektronenmikroskop. 1) Hummel-Haare mit Pollen. 2) gesundes Menschenhaar, 3) Menschenhaar mit Spliss. 4) Katzenhaar 5) Hundehaar 6) Mäusehaare © strucTEM 2020


Gleiche Zusammensetzung, gleiche DNA und doch so unterschiedlich!  

Das gilt auch für Ihre Produkte!


Denn nicht nur die chemische Zusammensetzung, sondern auch Form, Größe und strukturelle Beschaffenheit eines Produktes stellen essenzielle Charakteristiken dar.
die Struktur hat z.B. einen direkten Einfluss auf:
- die Wirkung von Arzneimitteln und Kosmetika
- den Geschmack und Verträglichkeit von Lebensmitteln

Deshalb unser Weckruf: beschränken Sie sich nicht nur auf chemische Analysen Ihrer Produkte.

Schauen Sie sich Ihre Präparate ganz genau und regelmäßig an. Nicht nur mit dem Auge, sondern auch bei tausend bis hunderttausendfacher Vergrößerung. Sie werden staunen, was es alles zu entdecken, vergleichen & verstehen gibt!
Wir helfen gern dabei. Mit unserem wachsamen Auge, unseren Mikroskopen, unserer Expertise und wissenschaftlichen Neugierde.


Partikelgrößen beeinflussen Geschmack, Verträglichkeit, Verarbeitungsgüte! Und nun?


Die Größe der Partikel - sei es in Lebensmitteln, Arzneimitteln oder Baustoffen - ist für viele Qualitäten eines Produktes verantwortlich.

- Große Partikel schmecken krümelig, kleine cremig. Zu winzige aber wiederum können wir nicht schmecken.
- Kleine Partikel lassen sich meist besser verrühren und mischen, können aber auch gesundheitsschädlichen Feinstaub verursachen.

Und wie sieht es mit Produkten aus, mit denen Sie alltäglich zu tun haben?

Zur Charakterisierung bietet sich die Partikelgrößenmessung an. Eine klassische Mess-Methode ist die statistische Laserbeugung. Hierzu werden die zu analysierenden Teilchen in einen Laserstrahl gehalten und das resultierende Beugungsmuster wird analysiert.

Der Nachteil liegt auf der Hand: es werden statistische Daten erfasst. Ausreißer gehen in der Masse unter. Zudem wird meist nur die Größe erfasst, nicht aber die Form und Struktur der einzelnen Partikel. Aber auch dies sind extrem wichtige Funktions- und Qualitätsmerkmale.

Eine sinnvolle Methode zur gleichzeitigen Erfassung all dieser Eigenschaften- Größe, Form, Struktur, Verteilungen -  ist die Rasterelektronenmikroskopie. Sie erfasst Größe, Struktur und gegebenenfalls auch die Inhaltsstoffe jeder einzelnen Komponente.


"Die Hungrige Made" oder "Die Kunst der Bildinterpretation"


Mikroskopieren ist das Einfachste der Welt!


Das glauben sicher viele: schnell eine Probe ins Mikroskop schieben, den Aufnahmeknopf drücken. Und schon sind die wahrheitsgetreuen Bilder fertig!
Ganz so einfach ist es aber leider nicht. Denn auch Bilder können lügen, wenn die Interpretation fehlerhaft ist. Dies gilt insbesondere für Bilder aus Elektronenmikroskopen, die uns das Eintauchen in faszinierende - und zugleich fremde - Mikrowelten ermöglichen.


Unser Fazit: um falsche Schlussfolgerungen zu vermeiden sind gerade hier Expertise, Erfahrung und Geduld zwingend nötig.


PS: Das hier ist keine hungrige Made, sondern das ein Gelenk eines Blattlaus-Fühlers! Gut, das wir aufgepasst haben…..



04/10/2017 Nobel Preis Chemie 2017 für Entwickler der Kryo-Elektronenmikroskopie


Wir gratulieren!
The Royal Swedish Academy of Sciences has decided to award the Nobel Prize in
Chemistry 2017
"for developing cryo-electron microscopy for the high-resolution structure determination of biomolecules in solution"
 to
Jacques Dubochet - University of Lausanne, Switzerland
Joachim Frank - Columbia University, New York, USA
and
Richard Henderson - MRC Laboratory of Molecular Biology, Cambridge, UK

Cool microscope technology revolutionises biochemistry
We may soon have detailed images of life’s complex machineries in atomic resolution. The Nobel Prize in Chemistry 2017 is awarded to Jacques Dubochet, Joachim Frank and Richard Henderson for the development of cryo-electron microscopy, which both simplifies and improves the imaging of biomolecules. This method has moved biochemistry into a new era.
A picture is a key to understanding. Scientific breakthroughs often build upon the successful visualisation of objects invisible to the human eye. However, biochemical maps have long been filled with blank spaces because the available technology has had difficulty generating images of much of life's molecular machinery. Cryo-electron microscopy changes all of this. Researchers can now freeze biomolecules mid-movement and visualise processes they have never previously seen, which is decisive for both the basic understanding of life's chemistry and for the development of pharmaceuticals.

Electron microscopes were long believed to only be suitable for imaging dead matter, because the powerful electron beam destroys biological material. But in 1990, Richard Henderson succeeded in using an electron microscope to generate a three-dimensional image of a protein at atomic resolution. This breakthrough proved the technology's potential.
Joachim Frank made the technology generally applicable. Between 1975 and 1986 he developed an image processing method in which the electron microscope's fuzzy twodimensional images are analysed and merged to reveal a sharp three-dimensional structure.
Jacques Dubochet added water to electron microscopy. Liquid water evaporates in the electron microscope's vacuum, which makes the biomolecules collapse. In the early 1980s, Dubochet succeeded in vitrifying water – he cooled water so rapidly that it solidified in its liquid form around a biological sample, allowing the biomolecules to retain their natural shape even in a vacuum.
Following these discoveries, the electron microscope's every nut and bolt have been optimised. The desired atomic resolution was reached in 2013, and researchers can now routinely produce three-dimensional structures of biomolecules. In the past few years, scientific literature has been filled with images of everything from proteins that cause antibiotic resistance, to the surface of the Zika virus.
Biochemistry is now facing an explosive development and is all set for an exciting future.
 
Further information:
www.kva.se and http://nobelprize.org
Press contact: Jessica Balksjö Nannini, Press Officer, phone +46 8 673 95 44, +46 70 673 96 50,
jessica.balksjo@kva.se
Expert: Peter Brzezinski, member of the Nobel
Committee for Chemistry, Phone +46 70-609 26 42, peterb@dbb.su.se

The Royal Swedish Academy of Sciences, founded in 1739, is an independent organisation whose overall objective is to promote the sciences and strengthen their influence in society. The Academy takes special responsibility for the natural sciences and mathematics, but endeavours to promote the exchange of
ideas between various disciplines.

Source:
 "The 2017 Nobel Prize in Chemistry - Press Release".http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2017/press.html
Including further useful information
• Popular information: https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2017/popular-chemistryprize2017.pdf
• Scientific Backround: https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/2017/advanced-chemistryprize2017.pdf